Der Medicus

Archiv der NW-Kolumne "Ihr Medicus"...

Viel Spaß beim lesen...

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind, es ist der Vater mit seinem Kind. Er hat den Knaben wohl in dem Arm, er fasst ihn sicher, er hält ihn warm“. Wer kennt nicht den Anfang dieses Gedichtes von Goethe? Ganz plötzlich sieht der Sohn den „Erlkönig“ – eine Fabel- oder besser Fiebergestalt –, die fortan die Dramatik des Heimritts bestimmt.

Die Sterbehilfe ist ein viel diskutiertes Thema, nicht erst und allein seitdem sie in ihrer aktiven Form vom niederländischen Parlament legalisiert worden ist. Jede(r) wünscht sich einen „gnädigen“ Tod zum Abschluss eines möglichst langen und erfüllten Lebens im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte

Herr Doktor, seit einigen Tagen habe ich so ein Herzklabastern“, äußerte sich kürzlich eine alte Ostpreußin. Die Herzstromkurve (EKG) zeigte statt einer regulären Vorhofwelle(P) typisches Vorhofflimmern, das nicht mit dem tödlichen Kammerflimmern verwechselt werden darf.

Schmerzen zu lindern ist seit eh und je eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste ärztliche Aufgabe. Die Statue der Mohngöttin von Kreta aus dem 13.Jahrhundert vor Christus trägt eine Krone aus Schlafmohnkapseln. Diese zeigen bereits senkrechte Einschnitte zur Opiumgewinnung.

In Hitchcocks Film „Vertigo“ (lateinischer Ausdruck für Schwindel) kommt der Kommissar durch Höhenangst in Schwierigkeiten. Er ist gewissermaßen nicht schwindelfrei, da ihm die visuellen Fixpunkte fehlen.

Die Ernährungsgewohnheiten in den westlichen Industrieländern sind gekennzeichnet durch das letztendlich tödliche Quartett: zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig. Die daraus resultierenden Gefahren einer frühzeitigen, rasch progredienten Arteriosklerose mit den Zivilisationsgeißeln Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch Alterszucker und Krebserkrankungen, sind allgemein bekannt.

So wie einst der wackere Odysseus sein Schiff zwischen den gefährlichen Felsen Skylla und Charybdis hindurchsteuerte, laviert der Arzt vielfach zwischen einem objektiven Befund und dem subjektiven Befinden des Patienten. Wenn Befund und Befinden stark differieren, bekommt das „Schiff“ , in diesem Fall die Arzt-Patienten-Beziehung, häufig Schlagseite und kann an einem der Felsen zerschellen.

Während die Kenntnisse von Prävention und Frühzeichen bei Herzinfarkt und Schlaganfall durch alljährliche Aufklärungskampagnen eine weite Verbreitung in der Bevölkerung erfahren haben, liegt die Krebsvorsorge immer noch im Argen.

Herr Doktor, von meiner eitrigen Bronchitis vor mehr als sechs Wochen habe ich mich noch immer nicht erholt. Ständig dieser trockene Reizhusten und dann die Kurzatmigkeit bei leichter Belastung.

Typisch sind erbsgroße Verdickungen an den Streckseiten der Fingerendgelenke, die nach ihrem Erstbeschreiber als Heberden-Knötchen bezeichnet werden. Sie sind gewissermaßen nur die Spitze des Eisberges...